Ich habe eine ganze Weile hin und her überlegt, ob ich eine Patenschaft für ein Kind übernehmen soll. Auf der einen Seite denke ich, es mir geht so gut und so vielen Menschen, vor allem Kindern wirklich schlecht, aber auf der anderen Seite hört man in den Medien immer wieder von Spendenskandalen.

Im Fernsehen bin ich dann auf Plan International gestoßen und ich habe mich im Internet natürlich schlau gemacht, was das überhaupt für eine Organisation ist.
Heraus kam, dass es Plan schon seit 1937 gibt, das DZI-Spenden-Siegel des Deutschen Zentralinstitut für soziale Fragen (DZI) trägt und von der UNO anerkannt wird. Plan hat gemeinsam mit Unicef eine beratende Funktion bei den Vereinten Nationen. Klingt recht seriös dachte ich, schaute aber auch bei privaten Homepages vorbei, um mir ein Bild zu machen, wie das alles so funktioniert und um zu schauen, ob das, soweit man es nachvollziehen kann, alles wirklich mit rechten Dingen zugeht.

Mehr Infos findet Ihr natürlich auf der Homepage von Plan, klickt einfach auf das Banner :-)

 

Am 12.10.02 war es dann soweit, ich habe mich dazu durchgerungen und eine Patenschaft beantragt.
Dass es ein Mädchen sein soll, stand für mich von Anfang an fest, denn in den meisten Ländern der Welt werden Mädchen immer noch benachteiligt.
Beim Land habe ich hin und her überlegt und in meine engere Wahl kamen Ägypten und Indien. Wie man an meiner Seite doch sehen kann, habe eine Schwäche für Ägypten und so fiel meine Entscheidung für dieses Land.

 
Einige Tage später, schon am 16.10.02, hatte ich Post und ein erstes Foto von meinem Patenkind Aliaa, die gerade 3 geworden ist.
Ein Foto ist eine ernste Sache in Ägypten, vor allem für diese Menschen, daher lächelt die Mama leider nicht.

Aliaa ist ein schüchternes Mädchen und noch zu jung für die Schule. Am liebsten spielt sie mit ihren Freunden Ahmed und Ibrahim.
Der Kleinen ging es die letzten Monate gesundheitlich gut und sie bekommt gerade ihre Grundimpfungen.

Die Familie wohnt im Südosten von Kairo.
Ihre Mutter ist Hausfrau, der Vater ist Straßenhändler und sie hat noch einen kleinen Bruder, Mahmoud.
Sie wohnen in einem kleinen Ziegelsteinhaus mit einem Holzdach. Das Haus gehört nicht ihnen und ist in einem schlechten Zustand. Die Familie hat eine eigene Latrine, was dort nicht selbstverständlich ist. Auch haben sie das ganze Jahr über Trinkwasser zur Verfügung, auch keine Selbstverständlichkeit.

Plan International unterstützt besonders die lokale Gesundheitsversorgung. Die Mütter profitieren auch von der angebotenen Familienplanung und Geburtsvorsorge. Die alten Häuser werden wieder hergerichtet und Strom- und Wasserleitungen gelegt. Neue Schulen werden gebaut und es gibt auch Lese- und Schreibunterricht für Erwachsene, so dass sich die beruflichen Chancen verbessern. Plan hilft den Familien auch mit technischer und finanzieller Unterstützung, ein kleines Geschäft zu betreiben.

Aliaa mit ihrer Mama

Aliaa mit ihrer Mutter Nadia

Alles in allem ist das eine gute Sache und ich habe auch gleich einen ersten Brief geschrieben und bin nun mal gespannt, was ich aus Ägypten höre :-)