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Auf Java gibt es neben zahllosen Moscheen auch viele Tempelanlagen aus
der hinduistischen und buddhistischen Vergangenheit.
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Der Prambanan-Tempel liegt in Zentraljava, ca. 16 Kilometer nordöstlich von Yogyakarta. Es ist ein hinduistisches Heiligtum aus dem 10. Jhdt und der gesamte Komplex umfaßt ca. 200 Tempel. Die meisten Besucher kommen jedoch nur den 8 Sakralbauten auf der zentralen Terasse. Der höchste Candi ist Shiva geweiht, dem Zerstörer und Erschaffer. Das ist auch in einem Land, das zwar durch die Vulkanerde sehr fruchtbar ist, jedoch auch mit der Gefahr ständiger Vulkanausbrüche lebt, irgendwie naheliegend. Die anderen beiden Candis sind Wishnu (Erhalter) und Brahma (Schöpfer) geweiht. Jedem Candi eines Gottes steht ein kleinerer gegenüber und ist dem jeweiligen Reittier des Gottes gewieht. Heute ist nur noch der Bulle Nandi zu besichtigen. Der Adler Garuda, das Reittier Wishnus und die Wildgans Hamsa, das Reittier Brahmas sind nicht mehr erhalten. Dem Candi Shivas sollte man auch die meiste Zeit widmen, denn auf der Wand der Galerie sind viele Szenen aus dem Ramayana, dem hinduistischen Epos dargestellt. Von dieser Ebene kommt man auch noch zu weiteren kleinen Kammern, in denen Statuen von Durga (Shivas Frau), Shiva als Lehrer, Shiva selbst und dem elefantenköpfigen Ganesh (Shivas Sohn) zu sehen sind. |
Ebenfalls in Zentraljava, etwa 40 Kilometer nordwestlich von Yogyakarta liegt das buddhistische Heiligtum Borobudur. Er wurde etwa im 8./9. Jhdt erbaut und ist der größte buddhistische Tempelkomplex Südostasiens. 1006 brach der Vulkan Merapi aus und verschüttete den Borobudur, erst 1814 wurde er von Sir Stamford Raffles wiederentdeckt. 1973 startete die UNSECO ein groß angelegtes Rettungsprojekt, das Bauwerk wurde auseinandergenommen, jeder der 1.300.232 Steine wurde registriert und restauriert und im Oktober 1982 waren die Arbeiten abgeschlossen. Der Borobudur ist letzendlich ein großes Mandala und besteht aus drei Ebenen (auch wenn er mehr Stufen hat). Die unterste Ebene stellt das alltägliche Dasein dar mit all seinen Lastern und Verfehlungen, aber auch mit einer Art Anleitung für ein tugendhaftes Leben. Auf der mittleren Stufe ist das Leben Buddhas dargestellt und damit die vergeistigte Form des Daseins. Auf der obersten Ebene finden sich keine Reliefs mehr, sondern nur Buddhastatuen, sie bis auf 2 Statuen unter Stupas verborgen sind. Diese Ebene stellt das Nirwana, die Loslösung von der Welt dar. Wenn man die einzelnen Terassen im Uhrzeigersinn umrunden würde, wäre man eine Weile unterwegs, denn die Gesamtstrecke beträgt 5 Kilometer und der Pilger arbeitet sich nach und nach zur Erlösung hoch. |
Der Candi Sukuh liegt nicht auf den üblichen Touristenrouten, 42 Kilometer von Solo entfernt. Er ist einmalig in ganz Indonesien (wenn nicht gar in Südostasien), denn er ist eine Pyramide und sieht aus, als ob er direkt aus Mexiko importiert worden wäre. Wann genau er erbaut wurde und von wem, das weiß keiner so genau. Das einzige, was relativ sicher ist, ist, dass er einem Fruchtbarkeitskult geweiht war (und ist), denn viele Reliefs und Statuen sind recht eindeutig. Noch heute kommen Hindus aus Bali hierher, um den Göttern zu opfern und zu beten. Mich hat dieser Tempel am meisten von den drei hier vorgestellten beeindruckt, es gab keinen Touristenrummel, wir waren fast allein dort. Es ist ein geheimnisvoller Ort, der nichts von seiner Kraft und Magie verloren hat. |