Cochin (heute: Kochi) liegt im Bundesstaat Kerala im Südwesten des indischen Subkontinents an der Arabischen See. Die Stadt hat nach Bombay den zweitgrößten Hafen des Landes, hat ca. 1,6 Mio Einwohner, aber immer noch Ecken, in denen man vergisst, in einer Millionenstadt zu sein.
Die Stadt selbst besteht eigentlich aus 2 Teilen, Ernakulam auf dem Festland und Cochin, das aus mehreren Inseln besteht. Aber der Einfachheit halber spricht jeder von Cochin, auch wenn man Ernakulam meint.

Die Geschichte Cochins ist recht lang, selbst die christliche Vergangenheit. 52 n. Chr. ist hier der Apostel Thomas (der Zweifler) gelandet und hat angefangen, zu missionieren. Ich denke, da waren die Missionare einige Jahrhunderte später etwas überrascht, als sie in Indien Christen antrafen. Die christliche Religion spielt natürlich im hinduistischen Indien keine tragende Rolle, aber in Kerala ist der Prozentsatz der Christen relativ hoch.

Araber, Chinesen, Portugiesen, Holländer und Briten gaben sich hier sozusagen die Klinke in die Hand und prägten die Stadt mit.
Ein Teil des kolonialen Erbes ist der Bolghatty Palace , der auch Dutch Palace genannt wird. Unter Palast stellt man sich in Europa zwar etwas anderes vor und der Palast wurde trotz seines Namens auch von den Portugiesen 1557 erbaut, aber dennoch sollte man sich eine Besichtigung nicht entgehen lassen. Die Wandgemälde, die Szenen aus der hinduistischen Mythologie zeigen, sind gut erhalten, aber leider darf man nicht fotografieren.

Das jüdische Viertel in Mattancherry mit seiner Synagoge, den vielen kleinen Geschäften, dem Gewürzmarkt und den verwinkelten Gassen ist ebenfalls einen Besuch wert. Der Boden der Synagoge (erbaut 1568) besteht aus chinesischen Kacheln, die alle unterschiedlich sind.

In Fort Cochin kann man sich die St. Francis Church aus dem Jahre 1503 anschauen. Es ist die älteste Kirche Indiens und einige Zeit war hier auch der Entdecker Vasco da Gama, der in Cochin am 24.12.1524 starb, beerdigt, bevor er nach Lissabon überführt wurde. Eine Gedenktafel weist darauf in der Kirche hin, die von außen schon etwas mitgenommen aussieht. Das tropische Klima läßt hier grüßen.
Ganz in der Nähe sollte man sich die chinesischen Fischernetze anschauen. Vor allem am späten Nachmittag / frühen Abend ist das ein lohnendes Ziel für Fotografen und Romantiker.

Ein Highlight eines Besuches in Cochin ist der Besuch einer Kathakali-Aufführung, ein traditioneller Tanz, den es nur in Kerala gibt.

Was man sich auf keinen Fall entgehen lassen sollte, ist eine Bootsfahrt durch die Backwaters. Eine solche Tour kann man entweder direkt in Cochin buchen oder eine Ganztagestour von Quilon (heute: Kollam) nach Alleppey (heute: Alappuzha) bzw. umgekehrt mit einem normalen öffentlichen Boot unternehmen.
Erst einmal ist eine solche Fahrt entspannend, man fährt an kleinen Dörfern vorbei, in denen die Zeit stehen geblieben scheint, an Tempeln und an endlosen Kokospalmen, denn schließlich bedeutet Kerala übersetzt "das Land der Kokospalme". Die Backwaters sind ein System von Süßwasserkanälen, die das Hinterland von Kerala durchziehen und wer über das nötige Kleingeld verfügt, kann auch mehrere Tage mit einem Hausboot durch dieses Paradies reisen.
Eine Halbtagestour sollte aber in jedem Fall auf dem Programm stehen. Bei einer organisierten Tour hat man noch zusätzlich die Gelegenheit, ein Dorf zu besuchen. Eine Kokosnuß frisch von der Palme, die Herstellung von Seilen aus Kokosfasern, das Flechten von Matten aus Kokosblättern und das Besichtigen von Pfeffer-, Ananas-, Kardamon- und anderen Pflanzen sind dann mit dabei. Interessant ist es allemal zu sehen, wo der Pfeffer wächst ;-)

 

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In den Backwaters
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