Delhi, Indiens Hauptstadt, war mir schon bei der Ankunft deutlich sympathischer als Bombay. Ich war entspannter unterwegs, keine Traube von Bettlern, die sich an meine Fersen heftet und jede Menge zu sehen.

Neu-Delhi und Alt-Delhi unterscheiden sich deutlich in ihrem Charakter. Während man in Neu-Delhi auf breiten Straßen unterwegs ist, herrscht in Alt-Delhi in den Gassen das typisch orientalische Gewimmel mit vielen kleinen Läden.

In jedem Fall kann man einige Tage gut in der Metropole verbringen und meiner Meinung nach eignet sich Delhi für Indienerstbesucher besser als Start als Bombay.

Den Besuch den Nationalmuseums sollte man sich nicht entgehen lassen. Viele Bronzestatuen der unterschiedlichen indischen Götter, Miniaturmalereien, ein Thron aus Elfenbein, Prachtgewänder und Kleider der verschiedenen Stämme geben einen guten Überblick über Geschichte und Kultur des Landes.

Wer den architektonischen Vorläufer des weltberühmten Taj Mahal sehen möchte, sollte Humayun´s Tomb besuchen. Wie der Name schon sagt, handelt es sich hier auch um ein Grabmal. Es stammt aus der Mitte des 16. Jhdts und wurde von Haji Begum, der Frau von Humanyun, erbaut. Humanyun war der zweite Mogulkaiser und er und seine Frau liegen hier bestattet.
Einen Besuch kann ich empfehlen, denn allzu viele Besucher verschlägt es nicht hierher und so kann man in Ruhe die Atmosphäre genießen.

Das Rote Fort und die Große Moschee gehören bei einem Besuch von Alt-Delhi einfach dazu, dann kann man sich in das Gassengewirr und das orientalische Leben rund um die Moschee stürzen.
Shah Jahan, der Erbauer des Taj Mahal, ließ das Rote Fort Lal Quila 1638 erbauen, 1648 wurde es fertig, aber der Kaiser ist nie wirklich von Agra nach Delhi gezogen, denn vorher wurde er von seinem Sohn Aurangzeb in Hausarrest genommen. Tja, die durch die Bauwut des Vaters ruinierten Staatsfinanzen...
Für den Besuch der Festung sollte man sich etwas Zeit nehmen, denn sie ist recht weitläufig. Allein die Außenmauer ist 2 Kilometer lang. Im Diwan-e-aam hat der Kaiser einst Beschwerden des Volkes entgegengenommen, der Diwan-e-Khas war für private Audienzen reserviert. Hier stand auf der Pfauenthron, der 1739 nach Persien gebracht wurde. Die Wände aus weißem Marmor und die Einlegearbeiten aus Halbedelsteine geben einen kleinen Eindruck von der kaiserlichen Pracht wieder. Auch für Inder ist die der Festungspalast ein beliebtes Ausflugsziel. Am Abend finden hier übrigens Sound & Light-Shows statt.
Die Große Mosche (Jama Masjid) ist ebenfalls von Shah Jahan 1644-1656 erbaut worden und befindet sich in der Nähe der Festung. Genauso wie die Festung dominiert auch hier der rote Sandstein. Sie ist die größte Moschee Indiens und der Hof kann bis zu 25.000 Menschen fassen. Natürlich muß man die Moschee barfuß betreten und außerhalb der Gebetszeiten dürfen sie auch Nichtmoslems besuchen. Wer schwindelfrei ist, kann eines der Minarette besteigen oder auch von der Mauer einen Blick in das Gewimmel der Altstadt werfen.

 

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Delhi
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