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Wer Agra sagt, denkt an den weltberühmten Taj
Mahal. Dem habe ich auch eine ganze Seite gewidmet und daher geht
es hier um die anderen Sehenswürdigkeiten der Stadt, ja, solche gibt
es tatsächlich.
Wenn wir schon beim Taj Mahal sind, dann machen wir doch gleich mit dem
Itmad-ud-Daulah weiter, der auch Baby Taj genannt wird. Dieses
Grab war übrigens auch das erste, das aus Marmor errichtet wurde,
also ein echter Vorläufer des berühmten Taj.
Genau wie sein großer Verwandter strahlt dieses Grabmal in weißem
Marmor und auch seine Einlegearbeiten aus Halbedelsteinen sind einfach
nur wunderschön. Es ist das Grab von Mirza Ghiyas Beg, einem persischen
Minister. Die Nichte seiner Tochter (seine Großnichte?) war übrigens
Mumtaz Mahal, die Frau von Shah Jahan, der aus Liebe zu ihr das Taj Mahal
bauen ließ.
Genau wie in Delhi hat auch Agra eine Festung aus rotem Sandstein, das
Rote Fort Lal Qila. Akbar hat diese Festung bereits 1565 erbaut
und sie wurde immer wieder erweitert, bis sein Enkel Shah Jahan ihr das
heutige Aussehen gab. Zu Akbar´s Zeiten war es auch wirklich eine
militärische Anlage, dann wurde es immer mehr zum Palast.
Die Mauern sind 2,5 Kilometer lang und so ist es nicht weiter verwunderlich,
dass innerhalb dieser Mauern eine kleine Stadt innerhalb der Stadt existierte.
Es sollen immerhin 560 Gebäude sein, von denen leider nicht alle
für die Öffentlichkeit zugänglich sind. Dennoch sollte
man das Fort besuchen, denn schließlich ist seine Geschichte auch
mit der des Taj Mahal verbunden. Hier verbrachte nämlich dessen Erbauer
die letzten sieben Jahre seines Lebens im Arrest, aber immerhin mit dem
Blick auf den Taj, in dem seine große Liebe begraben war.
Von Agra aus kann man einen Tagesausflug in´s 40 Kilometer entfernte
Fatehpur Sikri machen. Von 1570 bis 1585 war diese künstliche,
von Akbar aus dem Boden gestampfte Stadt, Hauptstadt der Mogulkaiser,
um so schnell wieder verlassen zu werden wie sie erbaut wurde. Wassermangel
war der Grund, was ich aber bei meinem Besuch nicht wirklich nachvollziehen
konnte, denn es goß ziemlich. Aber bei mir hat es auch in der Wüste
Thar geregnet...
Dafür erhält man hier aber einen guten Eindruck, wie früher
eine, wenn auch künstliche und herrschaftliche, Stadt ausgesehen
hat. London war damals übrigens kleiner als Fatehpur Sikri!
Die Moschee, die eine Kopie der damaligen Moschee von Mekka sein soll,
ist eine gelungene Mischung aus persischen und hinduistischen Stilelementen.
In ihrem Hof befindet sich das Grab des Sheikh Salim Chisti, zu dem die
Frauen mit Kinderwunsch beten.
Wie bei jedem Palast gibt es natürlich auch hier eine Halle für
öffentliche Audienzen und eine für private, verschiedene Pavillone
und andere Gebäude. Vielleicht sollte man hier mal ein paar Rupien
für einen Führer inverstieren, damit man alles erklärt
bekommt.
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