Karnak läßt sich für mich nur mit einem Wort
beschreiben: Grandios
Die Tempelanlage bei Luxor ist die größte Ägyptens und der
Besucher sollte viel Zeit mitbringen. Empfehlenswert ist der frühe
Morgen, wenn die Vögel noch singen und die Temperaturen noch angenehm.
Karnak ist Amun geweiht und der alte Name lautet Ipet Sut, die meist verehrte
Stätte, und war lange Zeit das religiöse Zentrum des ägyptischen
Reiches. Über 2000 Jahre, vom Mittleren Reich bis in die Zeit der Ptolemäer
bauten die Pharaonen zum Ruhme Amuns (und ihrem eigenen).
Im ersten Hof kann man links in die Kapellen der thebanischen Triade, Amun,
seiner Gattin Mut und seines Sohnes Chons schauen, rechts ist ein Tempel,
der von Ramses III. erbaut wurde.
Entlang der Mauer sind auch einige Widdersphingen aufgebaut.
Am zweiten Pylon steht eine Kolossalstatue von Ramses II. und dann betritt
man die einzigartige große Säulenhalle. 134 Säulen in 16
Reihen bedecken ein Fläche von 5000 qm. Nüchterne Zahlen, aber
wer selbst mal in diesem Wald aus Säulen gestanden hat, der weiß,
wie atemberaubend er ist. Wenn man sich am Morgen vom Hauptgang in eine
ruhige Ecke verzieht und einfach diesen Raum auf sich wirken läßt,
dann kann man die Vergangenheit deutlich spüren. Mir ging es zumindest
so und irgendwie hätte es mich nicht gewundert, wenn ein Amunpriester
mit einem Leopardenfell bekleidet hinter einer Säule hervorgetreten
wäre.
Zwischen dem dritten und vierten Pylon führt ein Weg zum Ptah-Tempel.
Mich hat dort die Statue von Sachmet, der löwenköpfigen Göttin
des Krieges, beeindruckt. Sie steht im Halbdunkel, nur ein Lichtstrahl fällt
von oben auf die Statue.
Nach dem vierten Pylon ragt der Obelisk von Hatschepsut in die Höhe.
Der zweite von ihr errichtete Obelisk ist zerbrochen und liegt nun beim
Heiligen See.
Geht man weiter geradeaus, kommt man zum Sanktuar aus Granit, in dem die
Barke des Amun aufbewahrt wurde.
Dahinter schließt sich ein recht leerer Hof an und dann kommt die
Festhalle, die Thutmosis III. erbaut hat. Die Halle wurde übrigens
zeitweise von den Christen benutzt und man kann noch verblaßte Heiligenbilder
erkennen. Hinter der Festhalle befindet sich der botanische Garten, an dessen
Wänden verschiedene Pflanzen und Tiere abgebildet sind.
Wenn man langsam müde wird, kann man am Heiligen See eine Pause einlegen,
sich was zu trinken holen und die Touristenmassen beobachten. Und sich freuen,
weil man viiiiiiiel mehr Zeit hat als sie ;-). Dort ist auch ein Granitskarabäus
und dreimaliges Umrunden soll Glück bringen.
Man sollte auch die Außenmauern betrachten, die die Siege der Pharaonen
über ihre Feinde darstellen. An einer der Außenwände ist
auch die Schlacht von Kadesch dargestellt. Ramses II. ließ sich in
dem Zusammenhang gern als Sieger darstellen, aber in Wahrheit war es ein
"Unentschieden". Der Friedensvertrag von Kadesch ist übrigens
der erste dokumentierte Friedensvertrag der Geschichte und natürlich
auch in Karnak zu sehen (und für Hieroglyphenkundige zu lesen)
Teile des Karnaktempels sind übrigens noch gesperrt und es wird dort
fleißig restauriert.
Aber genug der Worte, laßt Euch nach Karnak entführen.
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