Alexandria, welche Vorstellungen verbindet man damit? Alexander der Große, Caesar und Cleopatra, die berühmte Bibliothek, der Leuchtturm von Pharos... Doch von all dem ist heute nichts mehr übrig. Das Grab Alexanders wurde nie gefunden, der Palast Cleopatras versunken, die Bibliothek abgebrannt, der Leuchtturm zerstört. Klingt morbide, oder? Ist es auch, aber das ist die Stadt selbst auch. Nichtsdestotrotz hat sie ihren Charme der vergangenen Zeiten bewahrt.

Nach der glanzvollen Vergangenheit unter den Ptolemäern erblühte Alexandria noch einmal in den 30er Jahren des letzten Jahrhunderts. Die Häuser entlang der Corniche zeugen noch von dieser Pracht und am schönsten ist es, sich ein Hotel mit Blick auf das Mittelmeer einzuquartieren.

Wenn man einige Tage dem Smog und den Massen von Kairo entfliehen möchte, warum nicht ans Mittelmeer fahren?
Man kann entlang der Uferpromenade (Corniche) spazierengehen und die Quaitbay-Festung besuchen, die an der Stelle steht, an der früher der Leuchtturm von Pharos, eines der Sieben Weltwunder, stand. Die Festung wurde auch aus den Steinen des Leuchtturmes gebaut.
Einen Besuch wert ist auch das Griechisch-Römische Museum. Aber das sollte man meiner Meinung nach vor dem Ägyptischen Museum in Kairo besuchen, denn sonst könnte man ein wenig enttäuscht sein. Wie der Name schon verrät, sind vorwiegend Exponate aus der griechisch-römischen Epoche ausgestellt und diese sind Jahrhunderte neuer als die in Kairo, fast schon modern ;-)
Interessant sind in jedem Fall die Katakomben von Kom el-Schukafa. Nicht nur wir sind fasziniert von der altägyptischen Kultur, die alten Griechen und Römer waren es auch und versuchten das Pharaonenreich zu imitieren. Sie ließen sich mumifizieren und in Sarkophagen bestatten. Die altägyptischen Götter Isis, Osiris und Anubis sind an den Wänden zu sehen, wie sie den Weg des Toten begleiten.
Mitten in der Stadt befindet sich auch ein römisches Amphitheater, das einzige in Ägypten. Und ein Erlebnis der besonderen Art ist die Fahrt mit der Straßenbahn :-)
Alexandria hat auch mehrere Strände. Diese werden überwiegend von ägyptischen Familien besucht und ich würde mich daher nicht unbedingt im Badeanzug oder Bikini dort hinlegen. Man darf nicht vergessen, dass Ägypten ein islamisches Land ist und da geht die Frau eben, wenn überhaupt, in voller Kleidung ins Wasser. Wenn frau also nicht wirklich VIEL an Aufmerksamkeit möchte, dann sollte sie sich schlau machen, wo Touristen baden oder lieber gleich einige Badetage am Roten Meer verbringen.

Und nun genug der Worte, ab nach Alexandria...

 


Die Corniche, also die Promenade entlang des Mittelmeeres, ist 16 Kilometer lang, die Stadt selbst ist dafür relativ schmal, nicht viel breiter als 2 Kilometer. Wer also entlang der ganzen Corniche schlendern will, ist lang unterwegs.
Man kommt an Kaffeehäusern, alten Prachtbauten und Hotels vorbei, bei denen schon etwas der Putz abbröckelt.
Am westlichen Ende befindet sich die Quaitbay-Festung und kleinere Strandcafes mit Blick auf das Meer und natürlich die Festung. Diese wurde im 15. Jhdt von den Mameluken errichtet und ist heute ein Museum. Von den Zinnen hat man einen schönen Blick auf die Stadt.
Corniche
Fischer
Festung
Hafen
Moschee
Moschee

 

 


Die Katakomben stammen aus dem zweiten nachchristlichen Jahrhundert und man kann an den Statuen und den Grabdekorationen gut die Verschmelzung von altägyptischer und griechisch-römischer Kultur sehen. Die Katakomben sind eines der letzten Grabstätten im altägyptischen Stil. Einige Exponate und kleine Ausstellungsräume sind auf der Erdoberfläche, in die Katakomben steigt man dann eine Wendeltreppe herunter. Das unterste Stockwerk steht meist unter Wasser und so muß man durch einige Gänge auf Holzplanken gehen.
Man sieht einige Nischen mit schon recht verblassten Malereien, doch die Hauptattraktion ist eine Art Gruft, an deren Wänden sich Reliefs mit altägyptischen Balsamierungsszenen befinden. Rechts und links wird diese Kammer von 2 Statuen flankiert, einer Frau und einem Mann, die wohl dort beigesetzt waren.
Statue
Grabmalerei
Relief
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