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Spätestens seit der spektakulären Rettungsaktion (1965-1968)
kennt man die monumentale Anlage, die Ramses II für sich und seine
Lieblingsfrau Nefertari in Nubien erbauen ließ.
Nachdem der Bau des Nasserstaudammes beschlossen war, wurden einige Monumente
in einer einzigartigen Aktion vor den Fluten des Stausees gerettet, indem
man sie zersägte und an erhöhter Stelle wieder aufbaute. Abu
Simbel war wohl das größte dieser Projekte. Ramses II hätte
an dieser spektakulären Aktion sicher seine Freude gehabt, war er
doch selbst ein Freund des Monumentalen.
Heute erinnert von außen nichts mehr daran, dass die Anlage fast
untergegangen wäre. Allein die Besichtigung des Inneren des künstlichen
Felsens holt den Besucher in diese Realität zurück.
Abu Simbel kann man auf mehreren Wegen erreichen: Mit einem gemieteten
Wagen (vorher erkundigen, ob die Straßen frei sind!), mit dem Boot
oder mit dem Flugzeug von Assuan aus. In jedem Fall sollte man versuchen,
möglichst früh dort zu sein, damit man zumindest ein kleines
Weilchen die Tempel ohne Massen genießen kann und vielleicht auch
den Sonnenaufgang am See. Und es ist noch nicht so heiß... Man sollte
nicht vegessen, dass Abu Simbel mitten in der Wüste liegt, See hin
oder her.
Die Anlage besteht aus 2 Tempeln. Einen hat Ramses II für sich erbauen
lassen, einen kleineren für seine Frau Nefertari. Das war zu dieser
Zeit eine kleine Sensation, denn vor ihr wurde keine Gemahlin eines Pharaos
so geehrt.
An der Fassade des Ramses-Tempels blickten 4 Kolossalstatuen des Herrschers
herab, heute sind es 3, eine Statue liegt zerbrochen am Boden.
Im Inneren des Tempels geht man durch eine Galerie von Statuen des Pharao
als Osiris. An den Wänden wird die Schlacht von Kadesch dargestellt.
Eigentlich endete der Krieg mit einem Unentschieden und dem ersten festgehaltenen
Friedensvertrag der Geschichte, aber Ramses II ließ sich dennoch
als Held und Sieger feiern.
Die Seitenkammern dienten als Aufbewahrungsort für Schätze und
Kultgegenstände, aber heute sieht man nur leere Kammern. Durch die
Tür fiel jedes Jahr zu den Tagundnachtgleichen am 20.2. und 20.10.
ein Sonnenstrahl in das Allerheiligste, die Baumeister haben bei der Rekonstruktion
dieses Schauspiel erhalten können. Dort sitzt der vergöttlichte
Pharao zwischen Re-Harachte, Amun-Re und Ptah.
Im kleineren Tempel der Nefertari kann man an den Säulen Darstellungen
der schönen Königin bewundern, wie sie den Göttinen Mut
und Hathor Opfer bringt. Auch hier befindet sich im Allerheiligsten eine
Darstellung der Königin und Hathor. Diese Statuen sind jedoch in
einem relativ schlechtem Zustand.
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